Elektronische Popmusik

Unter elektronischer Popmusik versteht man den Teil der Popmusik, zu deren Erzeugung vornehmlich elektronische Musikinstrumente wie Synthesizer, Sampler und Drumcomputer, genutzt werden. Es kommt vor, dass die Begriffe "Synthie Pop" und "Electro Pop" als Synoyme für elektronische Popmusik benutzt werden. Allerdings sind "Synthie Pop" und "Electro Pop" eigenständige Bereiche innerhalb der elektronischen Popmusik und deshalb nicht mit ihr gleich zu setzen. Für eine exakte Standortbestimmung lässt sich festhalten, dass man als elektronische Popmusik nur die Musik bezeichnet, bei der die Elektronik im Mittelpunkt der Musikerzeugung steht.

Bereits in den frühen 1970er Jahren begann der Einfluss der elektronischen Technologien, zunächst zaghaft, doch dann mit Riesenschritten. Pink Floyd und Tangerine Dream waren zwei der ersten Bands, die sich für elektronisch erzeugte Musik engagierten und sie in Form von Klangexperimenten in ihre Songs einbauten. In Deutschland ist hier vor allen Dingen die Gruppe Kraftwerk zu nennen, die 1974 mit "Autobahn" eine Mixtur aus Melodie, Electronic Sound und programmatischem Technik-Image (Gruppen- und Albumname) schufen. Eine Vorreiterrolle nahm auch Jean Michel Jarre mit seinem Album "Oxygène" ein, das eines der ersten war, das komplett mit elektronischen Instrumenten und Technologien erzeugt worden war.

In den 1980er Jahren erfuhr die Popmusik mit dem Einzug der elektronischen Technologien eine grundlegende Veränderung. Die good eighties brachten den großen Hype. Immer handlichere  und erschwinglichere elektronische Instrumente, Synthesizer und Sampler, führten zum großen Durchbruch dieser Technologien in der Popmusik. Die nun beginnende Modewelle kulminierte in Deutschland in die Neue Deutsche Welle, die im New Wave beheimatet ist. Damit wurde Elektronische Musik endgültig gesellschaftsfähig. Sie hielt Einzug in die Charts und wurde in Diskotheken wie auch auf privaten Parties gespielt Besonders beliebt waren hier natürlich die tanzbaren Songversionen, unter anderen sind hier auch Depeche Mode zu nennen.

In den 80er Jahren war die Arbeit in Musikstudio auch für die Augen recht anstrengend. Endloses "Geschraube" an Synthesizern, Samplern und Sequencern, oft nur mit ultrakleinen Displays (so genannten "Mäusekinos") ausgestattet, war an der Tagsordnung. So mancher Studiomusiker mit einem Fable für Elektronik sah sich deswegen zur vorzeitigen Anschaffung einer Herrenbrille gewzungen. Heutzutage hat sich aufgrund computergestützter Systeme dieses Berufsrisiko für Elektronikmusiker  stark vermindert.

Mitte der Achtziger folgten dann Gruppen wie Modern Talking, die (heute noch bestehenden) Pet Shop Boys, Bananarama oder Art of Noise. Diese Ausprägung wird dann dem Bereich Euro Disco zugeordnet. Techno und House folgten in den 90ern, woraus sich dann die Dance Music entwickelte. Back to the roots war das Motto der elektronischen Popmusik etwa ab Mitte der 90er, was gleich bedeutend war mit einer Rückbesinnung auf den Stil der achtziger Jahre.